Der rückwärtige Garten der Villa Ottelio de Carvalho ist eine Einladung zu absoluter Stille. Eine weitläufige Grünanlage, in der die Stille nur vom Rauschen der Blätter unterbrochen wird und die vollkommene Privatsphäre sowie einen erholsamen Blick auf die umliegende Natur bietet.
Sobald man das Tor durchschreitet, wird der Blick von den wahren Hausherren gefangen genommen: den monumentalen Platanen, die den Innenhof dominieren.
Die Funktion: In den venetischen Villen wurden Platanen gepflanzt, um ein „natürliches Dach“ (den grünen Folador) zu schaffen, unter dem landwirtschaftliche Tätigkeiten vor der Sommersonne geschützt ausgeübt werden konnten.
Die Wirkung: Ihre immensen Kronen schaffen ein einzigartiges Mikroklima im Hof und senken die Temperatur im Sommer um 3 bis 4 Grad im Vergleich zur Außenwelt. Ihre „getarnte“ Rinde ist eine natürliche Skulptur, die bei Regen ihre Farbe verändert.
Die Zypressen markieren die Sichtachsen und Grenzen des Anwesens.
Das grafische Zeichen: Mit ihrem säulenförmigen, immergrünen Wuchs bieten diese Pflanzen nicht nur Privatsphäre und Windschutz, sondern zeichnen elegante vertikale Linien, die mit der Horizontalität der umliegenden Weinberge korrespondieren und an die klassische Ästhetik der toskanischen und venetischen Landschaft erinnern.
Auf dem sonnigsten und am besten entwässerten Teil des Geländes gedeihen über 150 Olivenbäume.
Die Landschaft: Diese Bäume bieten nicht nur eine kostbare Produktion von nativem Olivenöl extra, sondern prägen die Landschaft mit ihrem silbrigen Laub, das im Wind glänzt und einen eleganten farblichen Kontrast zum dunklen Grün der Zypressen und Wälder bildet.
Im ummauerten Garten und im Bereich hinter der Villa entfaltet die Vegetation ihre produktive und dekorative Funktion, die typisch für den friaulischen „Nutzgarten“ ist:
Im hinteren, intimeren und reservierten Garten sticht ein Birnbaum hervor. Ein traditioneller Fruchtbaum, strategisch platziert, um die optimale Sonneneinstrahlung zu genießen. Im Frühjahr bietet er eine strahlend weiße Blüte, während er am Ende des Sommers Früchte aus eigenem Anbau schenkt – ein Symbol für das autarke Leben in der Villa.
Für die Farben der Jahreszeiten sorgt ein prächtiges Exemplar, das der Kirsche (Prunus) ähnelt. Seine Präsenz ist grundlegend für die Ästhetik des Parks: Er verkündet als Erster den Frühling mit einer Wolke zarter Blüten und schafft einen poetischen Farbtupfer, der das dominante Grün der Wiese durchbricht.
Es mangelt nicht an Essenzen wie dem Feigenbaum (oft nahe an Mauern gepflanzt, um die Wärme zu nutzen) und dem Kakibaum, der im Herbst, wenn der Park kahl wird, mit leuchtend orangen Früchten beladen bleibt – wie natürliche Laternen im winterlichen Garten.
Villa Ottelio de Carvalho ist keine Insel. Ihr Park geht ohne visuelle Barrieren in die umliegende Landschaft über:
Die geometrischen Reihen, die das Anwesen umgeben (Merlot, Friulano, Picolit), verändern jeden Monat das Szenario: kahl und skulptural im Winter, leuchtend grün im Frühjahr, golden und rot im Herbst (das weltberühmte Foliage).
Am Rande des Anwesens garantieren Flächen mit spontanen Sträuchern die für das Ökosystem notwendige Artenvielfalt und bieten der kleinen lokalen Fauna Zuflucht.